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Autor Thema: Analyse: Romananfang 'An einem Tag wie diesem' von Peter Stamm  (Gelesen 299 mal)

Tabea

  • Gast
Ich muss diesen Text analysieren. Analysen fallen mir immer recht schwer, deswegen frage ich hier, ob mir jemand helfen kann. Ich erwarte natürlich keine komplette Analyse, das wäre zu viel verlangt..ICH WEIß! Dennoch würden mir vielleicht ein paar Hilfestellungen seeehr weiterhelfen. Zum Beispiel:

- Was ist das Thema was ich in die Einleitung schreiben kann?
- Was hat Andreas für eine Beziehung zu Nadja?
- Was hat Andreas für eine Beziehung zum Leben?
- Was hat das alles mit den verschiedenen Orten zu tun?
- ein paar stilistische Mittel zur Orientierung ...


Bei diesen Fragen bin ich mir nicht sicher und da ich nichts falsches schreiben möchte, brauche ich Hilfe.

VIIIIIIIEEEEELLLEENN Dank für Hilfe!!!

Das ist der Romananfang

  • Gast
Analyse: Romananfang 'An einem Tag wie diesem' von Peter Stamm
« Antwort #1 am: Mai 26, 2017, 11:37:13 »
 Andreas liebte die Leere des Morgens, wenn er am Fenster stand, eine Tasse Kaffee in der einen, eine Zigarette in der anderen Hand, und auf den Hof hinaus schaute, den kleinen, aufgeräumten Hinterhof, und an nichts dachte als an das, was er sah.  In der Mitte des Hofes eine mit I Fall bepflanztes, viereckiges spät, darin ein Baum, aus dem in der Mitte und oben ein paar dünne Äste Boxen, zurecht gestutzt nach den wenigen Raum, der zur Verfügung stand. Die leuchtend grünen Container, Glas, Verpackungen, Restmüll, dass regelmäßige Muster der Zementplatten, von denen einige etwas heller waren, vor Jahren ersetzt aus irgendeinem Grund.  Die Geräusche der Stadt war nur leise zu hören, ein homogenes Rauschen, dazwischen entfernte Vogel rufe und sehr deutlich das Geräusch eines sich öffnenden und wieder schließenden Fensters. Dieser besinnungslos Zustand gibt nur wenige Minuten lang an. Noch bevor Andreas die Zigarette zu Ende geraucht hatte, fiel ihm der gestrige Abend ein. Was er denn unter Leere verstehe, hatte Nadja gefragt. Für sie bedeutete Leere ein Mangel an Beachtung, an Liebe, die Abwesenheit von Menschen, die sie verloren hatte oder die sich nicht genug um sie kümmerten. Die Leere war ein Raum, der einmal ausgefüllt gewesen war oder von den sie glaubte, er könnte ausgefüllt sein, das Fehlen von etwas, dass sie wohl selbst nicht genau hätte bezeichnen können. Er habe keine Ahnung, hatte Andreas gesagt, er interessieren sich nicht für abstrakte Begriffe.  Die Abende mit  Nadja verliefen immer gleich. Wie kam eine halbe Stunde zu spät gab Andreas das Gefühl, er sei es, der sich verspätet habe. Sie hatte sich schön gemacht, trug einen kurzen, eng anliegenden Rock und schwarze Netzstrümpfe. Mit einer theatralischem Geste ließ sie den Mantel auf den Parkettboden fallen. Sie setzte sich aufs Sofa und schlug die Beine über einander. Für sie schien das der Höhepunkt des Abends zu sein, ihr Auftritt. Sie streckt eng anliegenden Rock und schwarze Netzstrümpfe. Mit einer theatralischem Geste ließ sie den Mantel auf den Parkettboden fallen. Sie setzte sich aufs Sofa und schlug die Beine über einander. Für sie schien das der Höhepunkt des Abends zu sein, ihr Auftritt. Sie steckte  sich eine Zigarette in den Mund. Andreas gab ihr Feuer und machte ihr ein Kompliment. Er holte aus der Küche zwei Gläser Wein. Nadja musste schon etwas getrunken haben, sie war in aufgekratzter Stimmung. Meistens aßen sie in einem Lokal in der Nähe. Das Essen war gut genug, und der Schule Kellner schäkerte  mit Nadja und setzte sich manchmal, wenn nicht viele Gäste da waren, zu Ihnen an den Tisch.  Nadja trank und rede zu viel und machte sich zusammen mit dem Kellner darüber lustig, dass Andreas  Vegetarier war und dass er immer das selbe bestellte. Er sagte, er sei kein Vegetarier, er esse einfach selten Fleisch. Spätestens beim Dessert   Fing Nadja an, über Politik zu reden. Sie war PR-Beraterin und arbeitete gelegentlich für Unterorganisationen der sozialistischen Partei, deren Ansichten sie auf eine Art vertrat,  die Andreas ärgerte. Er sagte dann nicht mehr viel, und sie fragte mit einem aggressiven Unterton, ob sie ihn langweile. „Ich langweile dich“, sagte sie. Nein, sagte er, aber er sei Ausländer, ich verstehe die französische Politik nicht, interessieren sich nicht dafür. Er halte sich an die Gesetze, trenne seinen Müll, erfülle den Lehrplan. Ansonsten wünsche er in Ruhe gelassen zu werden. Nadja ärgerte sich über sein desInteresse,  sie hielt ihm einen Vortrag, es gab Streit. Andreas versuchte, das Gespräch auf andere Themen zu bringen. Dann begann Nadja jedes Mal, von ihrem Exmann zu erzählen, von seiner Lieblosigkeit und Unaufmerksamkeit, und es schien Andreas,  als gelten die Vorwürfe ihm. Nadja konnte nicht aufhören dich zu beklagen. Sie raucht ein Zigarette nach der anderen, und ihre Stimme wurde weinerlich. Die anderen Gäste waren schon längst gegangen, und der kleine hatte die Aschenbecher geleert und die Kaffeemaschine gereinigt. Wenn er an ihren Tisch trat und fragte, ob sie  noch etwas wünschten, war Nadja wie verwandelt. Lachte und flirtete mit ihm, und es dauerte noch einmal eine Viertelstunde, bis Andreas die Rechnung bezahlen konnte. auf dem Nachhauseweg war Nadja schweigsam. Die hatten sich den ganzen Abend nicht berührt.  Jetzt hakt sie sich bei Andreas unter. Vor dem Haus, in dem er wohnte,  liebt er stehen.  Er küsste sie auf die Wange und dann auf den Mund. Manchmal Küste er sie auf den Hals und kann sich lächerlich vor dabei. Hier schien es zu gefallen. Vermutlich entsprach es dem Bild, dass sie von sich hatte. Die Geliebte, der die Männer zu Füßen liegen, die auf den Hals geküsst wird,  die ihre Verehrer  verlacht.  Am liebsten wäre Andreas jetzt allein gewesen, aber er fragte sie trotzdem, ob sie mit hinauf komme. sie sagte, ja. Es klang wie eine Kapitulation. Nadja gehörte nicht zu jenen Frauen, die schöner wurden, wenn man mit ihnen schlief. Ihre engen anliegenden Kleider waren wie eine Rüstung, wenn sie nackt war, schien sie jeden halt  zu verlieren unser alt aus, älter, als sie in Wirklichkeit war. Sie ließ alles mit sich geschehen, ließ sich Andreas Zärtlichkeiten gefallen, ohne sie zu erwidern. Das, hätte er sagen sollen,  verstehe er unter Leere. Diese Abende mit ihr alle zwei Wochen, die Wiederholung des immergleichen abends, der immer gleichen Nacht, ohne sich je näher zu kommen. Aber er sagt es nicht. Er machte die Leere der Wiederholung.  Er genoss das Gefühl, dass Nadja mit ihren Gedanken anderswo war, dass sie ihm ihren Körper nur zur Verfügung stellte, bis sie nach einer oder 2 Stunden plötzlich ungeduldig wurde, in Wegschub und sagte, er solle ihr ein Taxi rufen. die Leere das waren die Abende mit ihr, die Nachmittage mit Silvi oder die Wochenenden, die er allein zu Hause verbrachte in seiner gemütlichen, gut geheizten Wohnung, an denen er Fernseher oder ein Computerspiel spielte oder Lar mit ihr, die Nachmittage mit Silvi oder die Wochenenden, die er allein zu Hause verbrachte in seiner gemütlichen, gut geheizten Wohnung, an denen er Fernseher oder ein Computerspiel spielte oder las.  Die Leere  war sein Leben, waren die 18 Jahre, die er in dieser Stadt verbracht hatte, ohne dass sich etwas verändert hatte, ohne dass er sich eine Veränderung wünschte.  Die Lehre sei der Normalzustand, hatte er gesagt, er fürchtet sich nicht davor, im Gegenteil. Manchmal, wenn Andreas auf dem Weg zur Arbeit die Straße überquerte, stellte er sich vor, von einem Bus überfahren zu werden. Die Kollision war wie die Auflösung von dem, was gewesen war,  und zugleich ein Neuanfang.




 

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