Willkommen im Deutsch-Forum von Wortwuchs.net. Hier geht es um das Arbeiten mit literarischen Texten aller Art und deren Analyse und Bearbeitung. In diesem Deutsch-Forum sind Fragen zu Hausaufgaben, Prüfungen, Fach- und Seminararbeiten gern gesehen und werden schnell beantwortet. Das Deutsch-Forum wartet nur noch auf Deine Frage oder Problemstellung. Gemeinsam werden wir das Schiff schon schaukeln!

Autor Thema: Übertragung historischer Texte - Kurrentschrift  (Gelesen 1845 mal)

basso-continuo

  • ABC-Schütze
  • Beiträge: 1
    • Profil anzeigen
Übertragung historischer Texte - Kurrentschrift
« am: Dezember 03, 2016, 16:45:28 »
Hallo zusammen,
ich bereite gerade die Publikation einer alten Reiseerzählung vor und würde gerne Anregungen zur Behandlung des historischen Textes sammeln.
Es geht um eine in Kurrentschrift verfasste Reiseerzählung um etwa 1890. Die "Buchstabenkorrekte" Übertragung der Handschrift zwingt mich zu einigen Anpassungen die ich gerne diskutieren würde.
Es geht z.B. um das Weglassen doppelter Konsonanten, besondere schriftypische Regeln zum "s" und "es-zett", sowie um - "nennen wir es eigenwillige Regelungen" zum "ck".
Eine korrekte Übertragung würde einerseits das Lesen erschweren, andererseit möchte ich nicht gerne den Stil verändern. Was macht Sinn?

Hier ein kleines Beispiel:

Immer zu Fuß, dan durchs Münsterland. Über Münster und Osnarbrück nach Achim bei Bremen. Traf da auf der Landstraße Komödianten, Seiltänzer u.s.w.  Wurde von dem Besitzer, namens Althoff, engagiert für 6. Mark den Monat und Essen. Meine Arbeit war bei der Vorstellung die Orgel zu drehen, den Einspännigen Wagen zu fahren, Pferde zu füttern und putzen u.s.w. Insgesamt drei Stück. War drei Monate da, die ganze Provinz Hannover rum, konnte aber keinen Pfennig Geld bekommen. Hatte für die drei Monate 18. Mark zu fordern. Mußte den Besitzer dan auf einem Hannoverschen Dorfe durch den Orts Vorstand zwingen mir ein Arbeitszeugnis auszustellen. Bin dan wieder auf die Wanderschaft gegangen. Marschierte dan denselben Weg zurück, bis Winterhausen, bog dan rechts ab ins Lipsche. Unterwegs dicht an der Landstraße, waren Bauern dabei Kartoffeln auszugraben. Mehr aus Spaß als Ernst weil sie sahen das ich ein Handwerksbursche war riefen mir einige Frauen und Mädchen zu, rüber zu kommen und zu helfen. Ich nicht faul und ging sofort hin. Da der Bauer dan selbst sah, das ich die Arbeit verstand, da ich doch Gebürtig von einem Dorfe bin, so frug er mich ob ich da bleiben wollte und Ihm helfen den Herbst zu thun , womit ich auch einverstanden war. Des Abends kamen wir dan nach dem Bauerndorfe. Nachdem das Abendbrot gegessen war ging ich schlafen. Ich schlief auf dem Hechselboden, weil er kein Bett übrig hatte. Nach einigen Wochen wo dan der Bauer keine Beschäftigung mehr für mich hatte, gab er mir mein Geld, und die Adresse von seinen Verwandten in einem anderen Dorfe.

Danke für jeden Kommentar,
Michael