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Autor Thema: Beispiele für Metaphern  (Gelesen 7541 mal)

Pfefferminza

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Beispiele für Metaphern
« am: November 24, 2013, 19:46:07 »
hallihallo, einen wunderschönen guten abend!

ich grüße alle in diesem forum und finds super gut, dass es hier son forum für all son schulzeug gibt.

da fällt mir gleich die erste frage ein, weil das hab ich noch nich so richtig gecheckt.
das mit den metaphern... ich weiß, sprachliche bilder und so, aber kann mir jemand mal n paar konkrete beispiele sagen? und vielleicht den unterschied zur personifikation/ personifizierung (hä, is das das gleiche?)... soviel zum thema erste frage, sind gleich drei! hihi!

dank euch!
« Letzte Änderung: November 24, 2013, 21:59:15 von Pfefferminza »

Jonas

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Beispiele für Methapern
« Antwort #1 am: November 24, 2013, 21:26:41 »
Hallo Pfefferminza, schön, Dich hier im Forum zu haben.

Es ist sehr schwierig, die Stilfiguren Metapher, Personifikation und Allegorie klar voneinander zu trennen, da sie sich teilweise überschneiden und auch gleichzeitig auftreten können. Eine Personifikation kann also eine Metapher sein, eine Metapher eine Allegorie und natürlich auch andersherum. Wichtig ist allerdings, dass wir alle Stilfiguren als sprachliches Bild bezeichnen können, wie Du auch schon selbst geschrieben hast.

Unter einem sprachlichen Bild versteht man einen Sachverhalt, der durch die Sprache beschrieben wird und vor unserem geistigen Auge ein Bild entstehen lässt. Dabei werden im Zusammenhang mit der Metapher meist zwei Dinge miteinander verbunden, die auf den ersten Blick überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Das bedeutet, dass wir dieses Bild erst entschlüsseln und verstehen müssen.

Nehmen wir einmal an, dass ich sage, dass ich Johannes die Hand gebrochen habe. Das ist eine Information, die jeder versteht. Es meint nämlich, dass ich den Handknochen einer Person zerstört habe und Du musst das nicht interpretieren oder deuten und Dir ist in jedem Fall klar, was ich damit meine.

Wenn ich nun sage, dass mein Herz schlägt, ist das auch eine Information, die ich nicht weiter erläutern muss. Mein Herz schlägt und du weißt, dass es Blut durch meinen Körper pumpt. Spannend wird es dann, wenn ich diese beiden Begrifflichkeiten miteinander verbinde und sage, dass ich Maria das Herz gebrochen habe.

Nun musst Du das Ganze nämlich deuten. Brechen heißt, dass ich etwas zerstört habe und das Herz steht in unserer Welt häufig für die Liebe. Wer häufig SMS schreibt, verwendet beispielsweise oftmals das Symbol <3, was auch in sozialen Netzwerken häufig gebraucht wird (Facebook etc.). Wenn jemand in einem Comic verliebt ist, hat er Herzen in den Augen und alle Menschen wissen, dass diese Herzen stellvertretend für die Liebe stehen. Das Herz ist also gewissermaßen ein Symbol für die Liebe.

Wenn ich nun das Herz von einer Person breche, musst Du beide Dinge des sprachlichen Bilds miteinander verbinden. Ich "breche" also das "Symbol der Liebe". Wenn Du dieses Bild nun übersetzt oder interpretierst, weißt Du, dass ich jemanden auf der Gefühlsebene verletzt habe und das Ganze ist ein schönes Beispiel für die Metapher und außerdem also ein sprachliches Bild, da ich natürlich nur im übertragenen Sinne das Herz "zerbreche". Nicht wirklich!

  • Die Rechte einer Person mit Füßen treten. Auch hierbei werden zwei Aussagen miteinander verbunden, die die Metapher bilden. Einerseits ist das Treten ein ganz "körperlicher Akt", den wir alle kennen. Die Rechte kann man allerdings nicht in diesem Sinne treten, sondern auch hier entsteht ein sprachliches Bild, das Du deuten musst. Wenn ich etwas trete, verletze oder zerstöre ich es. Wenn ich die Rechte einer Person trete, dann verletze ich also seine Rechte oder nehme sie nicht an.
  • Die Nadel im Heuhaufen suchen. Auch das ist ein schönes Beispiel für eine Metapher, das aufgrund eines Vergleichs funktioniert. Natürlich sucht kein Mensch wirklich nach einer Nadel. Doch wir kennen es, wenn wir etwas suchen. Außerdem kannst Du dir vorstellen, dass eine Nadel im Heuhaufen recht schwierig zu finden ist. Wenn ich nun eine Nadel im Heuhaufen suche, dann mache ich etwas, was nahezu auswegslos ist und kaum Aussicht auf Erfolg liefert. Hierbei werden wieder zwei Bilder zu einem neuen verbunden. Einerseits das Suchen und die Nadel im Heu - in der Verbindung haben wir es mit einer Metapher zu tun, die Du als Hörer/Leser deuten muss.

Eine Metapher ist also ein sprachliches Bild, das häufig auf zwei Dinge basiert, die Du verbinden musst (Nadel ~ Neuhaufen, Herz ~ brechen, Rechte ~ treten). Das passiert häufig durch einen Vergleich.

Metapher und Personifikation

Zitat
Vorab: Das Wort Personifikation und Personifierzierung wird häufig synonym verwendet, aber eigentlich meint man im Deutschunterricht die Personifikation. Die Personifizierung ist eigentlich ein Begriff aus der Geschichtsdidaktik. Grundsätzlich kannst Du aber beide Wörter benutzen, da sie häufig gleich verwendet werden.

Eine Personifikation wird häufig mithilfe einer Metapher gebildet. Wenn ich beispielsweise sage, dass mir die Sonne lacht, schreibe ich ihr ein "menschliches" Verb zu, denn die Sonne kann eigentlich nicht lachen. Das können nur Menschen und einige Personen schwören auch darauf, dass Tiere es können. Aber in keinem Fall kann es ein Ding.

Wenn ich das aber nun sage, dann meine ich, dass es mir gut geht. Das geschieht aufgrund der Metaphorik im Satz. Auch hier müssen wir zum Verständnis zwei Dinge miteinander verbinden. Die Sonne ist in unserem Kulturkreis häufig positiv. Sie spendet Wärme und Helligkeit oder bringt Pflanzen zum Blühen und ist wichtig für unser Leben. Wenn jemand lacht, dann ist er glücklich (meistens jedenfalls) und vielleicht auch lustig.

Wenn mir nun die "Sonne lacht", dann ist das folglich eine Personifikation und außerdem eine Metapher für "Glück", "Zufriedenheit" oder auch "Erfolg". Sodele. Ich hoffe, dass die einzelnen Stilfiguren verdeutlicht wurden oder hast Du noch eine Anschlussfrage, Pfefferminza?

Cheers.

Gärtner der Sprache, Hausmeister im Forum und verantwortlich für Wortwuchs.