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Zusammenfassung

Autor: ElizaD
« am: Januar 24, 2016, 18:47:18 »

Ein Diskutant hier schreibt, "dass der "Erlkönig" häufig auf Pädophilie heruntergebrochen wird".

Heruntergebrochen? Der Erlkönig in Goethes Ballade wird eindeutig als Knabenliebhaber dargestellt. Was soll der sonst sein? "Ich liebe dich. mich reizt deine schöne Gestalt, und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt." Diese dem Erlkönig in den Mund gelegten Worte erlauben keinen Interpretations-Spielraum.

Knaben-Liebe war den Klassikern in Weimar mit ihrer Kenntnis der altgriechischen Kultur gut bekannt.

Sigrid Damm spricht in ihrem neuen Buch zu Goethe und seinem Verhältnis zu der Frau von Stein Sommerregen der Liebe 2015 von einer "grauenvollen Erotik, die das ganze Gedicht durchzieht".

Das ist es.

Einem heutigen Leser wird das wahrscheinlichd deshalb nicht deutlich, weil dieser Zug im Schul-Unterricht verwischt und das Ganze dadurch völlig verharmlost  wird. Wir lernen die Ballade alle als Kinder auswendig, zu einem Zeitpunkt, an dem Pädophilie weit entfernt von unserm Denken ist. Wir streifen als Kinder die auf diesem Hintergrund unverständlichen Wendungen ab. Dem Reinen ist alles
rein. Als Erwachsene später durchdenken wir nicht mehr, was da eigentlich steht.

Zumal wir meist áuch nicht wissen, dass sich das Gedicht zuerst eben an Erwachsene richtete, die den Text so aufnehmen mussten, wie er da steht und das Werben des Erlkönigs als ein pädophiles deuten mussten.

Einschließlich seiner grauenvollen Erotik, durch die das Erlkönig-Lied, das am Anfang von Goethes Singspiel Die Fischerin 1782 von einer Figur aus dem Stück als Volkslied vorgetragen wurde, eigentlich den Rahmen der harmlosen Aufführung sprengte. Frau von Stein blieb der Aufführung des Singspiels zu Goethes Kummer fern. Warum wohl.

Autor: rapunzelchen
« am: Dezember 09, 2013, 12:40:16 »

Es stimmt natürlich, dass der "Erlkönig" häufig auf Pädophilie heruntergebrochen wird und selbstverständlich lassen sich im Text Merkmale finden, die das bestätigen. Dennoch ist es auch nicht falsch, wenn du den Text "einfach" so liest, wie er geschrieben steht.

Denn eigentlich gibt es keinerlei Hinweise, die nur diese Sichtweise zu lassen und es ist in Ordnung, wenn wir uns bei der Interpretation auf das Gesagte beschränken und uns nicht zu sehr von der Ansicht leiten lassen, dass das Paar Mann/Kind gleich in diesem Kontext betrachtet werden muss. Es kann - warum auch nicht - einfach um den siechenden Sohn in den Händen des Vaters gehen, der Wahnvorstellungen hat.

Ist es nicht spannend, dass die meisten Interpretationen davon ausgehen, dass der Erlkönig nur eine Metapher oder eine Wahnvorstellung ist? Möglich sind prinzipiell alle Wege, wenn du sie nur am text belegen kannst und sich auf das Offensichtlichste zu beziehen, muss nicht immer das Abstruseste sein.
Autor: Heidi
« am: Dezember 06, 2013, 14:50:48 »

Hi, gleich ZWEI Antworten:
Erstens: Goethe hat damals so etwas in der Zeitung gelesen und dann sind seine Gedanken mit ihm spazieren gegangen

Zweitens: Es ist ganz klar die Schilderung eines pädophilen Versuchs, einen Jungen in die Gewalt zu bekommen.

"Willst, feiner Knabe, du mit mir gehen?"
Na klar, will der, dass der Kleine mit ihm mit kommt.
Aber er sagt natürlich nicht die Wahrheit.
"Meine Töchter sollen dich warten schön"
Er tut so, als hätte er 'ne richtige Familie mit Töchtern und reizt den Jungen mit schönen Betreuerinnen.
(Die es natürlich gar nicht gibt)
"Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort: Erlkönigs Töchter am düsteren Ort?"
"Mein Sohn, mein Sohn  - ich seh' es genau: Es scheinen die alten Weiden so grau"
Also: Nix mit Töchtern! Da ist nur der alte Lustmolch, der den Knaben haben will.

Und als das nicht zieht:
"Du liebes Kind, komm, geh mit mir! Gar schöne Spiele spiel' ich mit dir."

Na, was mögen das wohl für "SPIELE" sein???

Hat dein Deutschlehrer das eigentlich verstanden????

Aber: "Erlkönig hat mir ein Leides getan!"
Was hat er mit dem Kind getan?

Dem Vater grauset's
Mir auch
Autor: Klara
« am: Dezember 05, 2013, 16:53:01 »

Vielen dank nochmals. Ich brauchte einfach einen schnellen Überblick, da ich ünerhaupt nicht mehr wusste, wie lang der Erlkönig ist und ich das nicht erst ewig am Handy bei der Prüfung rausfinden wollte. Hat mir vorhin sehr geholfen. Vielen Dank!
Autor: Jonas
« am: Dezember 05, 2013, 11:36:45 »

Hey Klara, schön, Dich hier im Forum begrüßen zu dürfen. Wo bist du denn, dass Du das Gedicht nicht ebenso wieder dieses Forum einmal anschauen kannst?

Aber egal..., widmen wir uns der Inhaltsangabe.

Vater und Sohn reiten durch den nächtlichen Wald. Dabei erscheint dem Kind der Erlkönig, wobei es sich durch diesen bedroht fühlt. Der Erlkönig bittet den Jungen zum Tanz und lädt ihn ein, sich zu ihm und seinen Töchtern zu gesellen. Diese Beobachtungen schildert der Sohn dem Vater, der für die einzelnen Erscheinungen natürliche Begründungen und Ursachen findet. Allerdings lässt sich das Kind nicht beruhigen, was darin gipfelt, dass der Erlkönig es "wirklich" berührt. Das wird sogar dem Vater unheimlich, weshalb er das Pferd erneut zur Eile antreibt und endlich das Ziel, den Hof erreicht. Dort angekommen, muss er entdecken, dass das Kind in seinen Armen verstorben ist.

Cheers.
Autor: Klara
« am: Dezember 05, 2013, 10:16:28 »

Hey Forum! Ich bin leider gerade in einer Situation, wo ich das nicht selbst nachschauen oder lesen kann. Wäre es möglich, mir einmal in den nächsten zwei Stunden in etwa zu schildern, worum es in der Ballade des Erlkönigs nochmals en detail ging?