Willkommen im Deutsch-Forum von Wortwuchs.net. Hier geht es um das Arbeiten mit literarischen Texten aller Art und deren Analyse und Bearbeitung. In diesem Deutsch-Forum sind Fragen zu Hausaufgaben, Prüfungen, Fach- und Seminararbeiten gern gesehen und werden schnell beantwortet. Das Deutsch-Forum wartet nur noch auf Deine Frage oder Problemstellung. Gemeinsam werden wir das Schiff schon schaukeln!

Neueste Beiträge

Seiten: 1 ... 8 9 [10]
91
Germanistik-Forum / Die wichtigste Frage meines Lebens: eine oder eines?
« Letzter Beitrag von Jonas am Dezember 12, 2018, 18:54:07 »
Ahoj!

Nun. Dann möchte ich bei diesem munteren Verwirrspiel auch einmal mitmachen. Ich hoffe, dass ich in irgendeiner Form helfen kann.

Das grundsätzliche Problem ist hierbei, dass ihr nicht wisst, auf welchen Satzbestandteil sich der unbestimmte Artikel eine/eines bezieht. Bezieht er sich auf das Subjekt des Satzes, das wäre die Arbeit mit Autos, oder das Nomen Interessen im Gleichsetzungsnominativ oder bezieht er sich gar auf etwas, das im Satz überhaupt nicht genannt wird, also das Interesse als Bestandteil der angeführten Interessen? Und zusätzlich gibt es ein Problem in Bezug auf die Pluralbildung des Wortes Interesse. Dröseln wir das Ganze einmal auf. Vielleicht klappt's ja.


Drei Beispielsätze:
  • Sabine ist eine meiner Töchter.
  • Sabine ist eines meiner Kinder.
  • Sabine ist einer meiner Engel.


Die obigen Sätze zeigen, dass sich der unbestimmte Artikel ein nicht an das Subjekt, welches Sabine wäre, sondern an etwas Anderes anzupassen scheint. Würde er sich auf Sabine beziehen, wäre er weiblich und würde durchgehend eine lauten.

Das Problem ist hierbei, dass "eine/eines/einer" in den obigen Beispielen keine unbestimmten Artikel zu den Nomen Töchter, Kinder oder Engel sind, sondern ein sogenanntes Indefinitpronomen mit einem so genannten Genitivus partitivus. Das klingt aber unnötig kompliziert, weshalb wir nochmals auf die Beispiele gucken.

Zurück zu den Beispielen:


Drei Beispielsätze:
  • Sabine ist eine meiner Töchter. = Sabine ist eine von meinen Töchtern.
  • Sabine ist eines meiner Kinder. = Sabine ist eines von meinen Kindern.
  • Sabine ist einer meiner Engel. = Sabine ist einer von meinen Engeln.


Wenn man die obigen Beispiele nach dem vorgeschlagenen Schema umschreibt, wird ersichtlich, dass sich der unbestimmte Artikel auf die grammatische Einzahl, also den Singular, des Genitivs (mein- + Plural) bezieht. Das ergibt ja auch Sinn, da das Wort etwas Nichtgenanntes meint, das ja nur einzeln vorhanden ist. Dass hierbei stets der Singular gemeint ist, sieht man, wenn man den Singular neben die Pluralform stellt.


Indefinitpronomen im Nominativ:
  • eine meiner Töchter - die Tochter = eine
  • eines meiner Kinder - das Kind = eines
  • einer meiner Engel - der Engel = einer


Darüber hinaus steht das Indefinitpronomen in unseren Beispielen im Nominativ. Das liegt darin begründet, dass das Verb sein (ist) diesen erfordert. Dass sich diese Indefinitpronomen danach richten, sehen wir recht schnell, wenn wir das Verb tauschen. Machen wir aus sein einfach gehören, das den Dativ verlangt, und tun einmal so, als wäre Sabine ein Hund.


Drei Beispielsätze & Indefinitpronomen im Dativ:
  • Sabine gehört einer meiner Töchter - die Tochter - einer
  • Sabine gehört einem meiner Kinder - das Kind - einem
  • Sabine gehört einem meiner Engel - der Engel - einem


Wir haben jetzt gezeigt, dass sich der unbestimmte Artikel des Satzes auf den ungenannten Singular bezieht. Wenden wir diese Erkenntnis nun auf dein Beispiel an, müsstes es tatsächlich eines meiner Interessen lauten, da das Wort sächlich ist und der Singular des Wortes somit das Interesse lautet und sich der unbestimmte Artikel dementsprechend anpassen müsste. Damit hatte ich, als ich die Frage gelesen habe, übrigens selbst nicht gerechnet.

Allerdings ist es so, dass das Nomen Interesse, wenn es denn eine Neigung oder Vorliebe meint, zumeist im Plural gebraucht wird, weshalb man etwa mit einem Menschen gemeinsame Interessen teilt. Aber natürlich ist sowohl der Singular als auch der Plural gebräuchlich. Dennoch liegt hier der grammatische Hund begraben.

Wenn wir beispielsweise auf einen Satz schauen, der ein Nomen nutzt, das tatsächlich nur im Plural existent ist (Pluraletantum), wird recht schnell das Problem deutlich:


Beispiel mit einem Pluraletantum:
  • Die Ausgaben für Strom sind eine meiner größten Unkosten.


Das Wort Unkosten gibt es nur im Plural, weshalb das Prädikat hierbei auch nicht ist, sondern sind lautet. Folglich bezieht sich der unbestimmte Artikel auch nur auf die Mehrzahl. Das Problem bei deinem Beispiel ist, dass das Nomen Interessen meist im Plural genutzt wird, aber diese Verwendung nicht verpflichtend ist und es sehr wohl die Einzahl gibt. Folglich können wir den unbestimmten Artikel auf die seltenere Einzahl beziehen, was, wie oben gezeigt, völlig korrekt wäre und zu eines meiner Interessen führen würde, oder eben die Interessen als häufige Pluralform annehmen und uns bei der Bildung des unbestimmten Artikels darauf stützen.

Kurzum: Beide Schreibweisen sind vermutlich korrekt, wobei ich zur Variante eine meiner Interessen greifen würde, da das Wort meist im Plural gebraucht wird, weshalb das für mich "richtiger" klingt - auch wenn es das nicht ist. Jedenfalls nicht streng genommen.

Cheers.
92
Germanistik-Forum / Die wichtigste Frage meines Lebens: eine oder eines?
« Letzter Beitrag von buckelboi am Dezember 12, 2018, 13:24:14 »
Moin moin,

wir zerbrechen uns seit gestern den Kopf über einen kleinen Satz. Wir haben so viele Leute gefragt und trotzdem kein klares Meinungsbild in Sicht, es droht Krieg.

"Die Arbeit mit Autos ist eine meiner Interessen."   
Eine meiner Interessen? Oder sollte es nicht 'eines' heißen?

Die Tendenz ging zwischenzeitlich stark zu 'eines'. Die Arbeit ist letztendlich ein Interesse meiner vielen Interessen.
Eine befragte Professorin im Germanistikgebiet meinte jedoch, es sei 'eine', da sich dieses Wort auf die Arbeit bezieht. Inwiefern wäre das sinnvoll? Die Arbeit mit Autos ist ja nicht eine Arbeit meiner Interessen. Also, das klingt nicht komplett abwägig, aber letztendlich will man ja ausdrücken, dass eines meiner vielen Interessen eine bestimmte Tätigkeit ist. Das wäre zumindest meine Argumentation und bisher habe ich noch keine so wirklich sinnvolle Erklärung gehört, warum sich das 'eine' auf 'Arbeit' beziehen sollte.

Umgestellt wäre es ja auch
Eines meiner Interessen ist die Arbeit mit Autos.
Eine meiner Interessen ist die Arbeit mit Autos? Vielleicht noch.
Einer meiner Interessen ist der Spaziergang am Abend? Klingt für mich dann jedoch völlig falsch. Und wäre ja die gleiche Situation, nur mit anderem Genus.

Also, wie sehr ihr das? Hat jemand ausführliche Erklärungen für eine der beiden Varianten?
93
Rechtschreibung & Grammatik / Subjekt im Satz
« Letzter Beitrag von Hannes am November 23, 2018, 15:04:51 »
Hallo.

Tatsächlich ist dein Satz ein Beispiel, das es wahrlich in sich hat. Meiner Meinung nach, aber auch ich lasse mich gern anderweitig überzeugen, ist das Subjekt etwas und Jenny ein Dativobjekt. Es gibt im Deutschen einige Verben, die fast immer ein sachliches Subjekt, also keine Person im Subjekt, sowie ein persönliches Dativobjekt , also eine Personenbezeichnung im Dativ, haben.

Darunter fallen beispielsweise die Verben: auffallen, einfallen, entgehen und viele andere.

Links zu diesem Thema:

Subjekt: https://wortwuchs.net/grammatik/subjekt/
Satzglieder: https://wortwuchs.net/grammatik/satzglieder/
94
Rechtschreibung & Grammatik / Subjekt im Satz
« Letzter Beitrag von Mendi am November 22, 2018, 23:22:01 »
Hallo liebe Fans der deutschen Sprache, ich hab mal eine Frage aus dem Hausaufgabenrepertoire meiner Tochter (5. Klasse), die uns gestern fast den Familienfrieden gekostet hat. „Jenny fällt etwas ein.“- Welches Wort ist hier das Subjekt? Jenny oder etwas? Meiner Meinung nach „etwas“, da das ja mit Wer oder was? erfragt wird, aber es gab auch andere Meinungen...Danke für eure Antworten!
VG Mendi :)
95
Rechtschreibung & Grammatik / "Ja, aber.... "
« Letzter Beitrag von Jonas am November 21, 2018, 13:54:38 »
Kurzum: Ich kann mir keine sinnvolle Verwendung vorstellen, die schriftlich ist. In welchem Zusammenhang beginnst du Sätze so? Kannst du das Ganze einmal anhand eines Beispiels zeigen?

Cheers.
96
Rechtschreibung & Grammatik / "Ja, aber.... "
« Letzter Beitrag von Robert am November 21, 2018, 09:22:50 »
Hallo liebe Community,

ich habe eine Frage an den Fachbereich "DEUTSCH":

Ist es grundsätzlich korrekt, einen Satz mit "Ja, aber...." zu beginnen.

Ich werde in meiner Arbeit immer "dezent" darauf hingewiesen, dass kein deutscher Satz mit "Ja, aber..." beginnt.

Wie ist der o.g. Sachverhalt zu bewerten.... Danke !
97
Ich hab' da mal 'ne Frage / Zeitform für Arbeitszeugnis
« Letzter Beitrag von Hans Mueller am November 14, 2018, 12:33:27 »
Hallo zusammen

Ich verfasse ein Schlusszeugnis, welches ja grundsätzlich in der Vergangenheit geschrieben wird. In den meisten Fällen verwende ich Präteritum, bei folgendem Satz bin ich unschlüssig, was korrekt ist:

Option1:
Seine Arbeitsweise war gut, wir erwarteten bei seinen Handlungen aber mehr Fokus auf die Zielerreichung.

Option2:
Seine Arbeitsweise war gut, wir haben aber bei seinen Handlungen mehr Fokus auf die Zielerreichung erwartet.

Option3:
Seine Arbeitsweise war gut, wir hatten aber bei seinen Handlungen mehr Fokus auf die Zielerreichung erwartet.

Ich habe mal gelernt, dass Präteritum und Plusquamperfekt zusammen gehören, daher würde Option 3 (ev. Option 1) stimmen. Option 2 tönt für mich aber auch gut.

Was denkt ihr?
98
Germanistik-Forum / Verwendung der Präposition "unter" / Warenkorbanalyse mit Phyton
« Letzter Beitrag von Grammatikus am November 14, 2018, 12:25:29 »
"Warenkorbanalyse unter Anwendung des Apriori Algorithmuns in Python"

Warenkorbanalyse mit Phyton

99
Ich hab' da mal 'ne Frage / mit oder am
« Letzter Beitrag von Gotthelf am November 09, 2018, 08:53:53 »
Ich habe mal eine Frage zum nachfolgenden Satz:

Bezüglich der Nebenkostenabrechnung ist noch ein Betrag in Höhe von € 200,90 fällig, den ich mit (am) heutigem Tage auf das Bankkonto der Vermieter überwiesen habe.

Welche Variante ist hier richtig?

Bei den Nebenkosten war noch ein Betrag von 200,90 € offen. Ich habe diesen heute dem Vermieter überwiesen.
100
Ich hab' da mal 'ne Frage / mit oder am
« Letzter Beitrag von Jonas am November 06, 2018, 12:35:19 »
Ahoj!

Korrekt ist:"Bezüglich der Nebenkostenabrechnung ist noch ein Betrag in Höhe von € 200,90 fällig, den ich am heutigen Tage auf das Bankkonto der Vermieter überwiesen habe."

Meines Erachtens wäre der Satz noch besser, wenn man im Hauptsatz die Zeitform verändern würde, da der Betrag ja nach dem Überweisen nicht mehr fällig ist. Also:"Bezüglich der Nebenkostenabrechnung war noch ein Betrag in Höhe von € 200,90 fällig, den ich am heutigen Tage auf das Bankkonto der Vermieter überwiesen habe."

Cheers.
Seiten: 1 ... 8 9 [10]